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Neuneuneuneuneu!

So, ab nun gibt es eine neue Kategorie: Die Empfehlung der Woche.
Jeden Montag (und ja, technisch gesehen ist Montag schon vorbei, aber das kümmert mich wenig) werde ich ein Album vorstellen, welches es in meinen Augen wert ist, gehört zu werden - allerdings nicht als Kritik oder Rezension, sondern lediglich mit einer kurzen Beschreibung was es zu hören gibt und warum gerade diese Platte so empfehlenswert ist.
Dabei kann es sich (und wird es sich auch meistens) natürlich um eher ältere Veröffentlichungen handeln, die dem Einen oder Anderen wohl schon geläufig sind, wobei aber dennoch kaum etwas aus dem "Mainstream" sein wird.

Von daher: Viel Spaß und schaut/hört des Öfteren rein!
7.8.07 00:57


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Empfehlung der Woche (06.08.2007)


Alexisonfire: Watch Out!
(2004)

Alexisonfire (übrigens nicht "Alex is on fire" ausgesprochen oder gar geschrieben) zählen ja irgendwie zu den Ikonen des modernen Emocore - und das, obwohl sie erst seit 2001 existieren und nur 3 reguläre Alben auf den Markt gebracht haben.
Aus Interesse hab ich mir die zweite Platte, Watch Out! besorgt und bin wirklich begeistert. Viel Innovatives wird man rein technisch gesehen nicht finden, aber obwohl mittlerweile derart viele Bands dieses Genres auftreten, klingt diese immer noch überraschend frisch und neu. Keine öden 4-Akkord-Lieder erwarten den Hörer, sondern sehr abwechslungsreiche Songs, was sowohl in der Musik (es kommt selten vor, gleich nach dem Einstiegsriff eines Liedes ein Drumsolo zu hören, das dann schlagartig in eine verträumte Gitarre übergeht) als auch im Gesang bemerkbar wird. Die drei vorhandenen Stimmen (klarer Gesang, Screaming und so eine Art Mischung aus den beiden) wechseln sich nämlich nicht nur mittels Refrain und Strophen ab, sondern werden da eingesetzt, wo sie passen. Und dieses Gesamtkonzept bekommen die fünf Jungs verdammt gut hin.

Anspieltipps: Side Walk When She Walks, "Hey, It's Your Funeral Mama", That Girl Possessed
7.8.07 01:11


Marilyn Manson

Eat Me, Drink Me
(2007)

Genre: Alternative, Rock, Metal

Das Album beginnt vedammt dröge - schleppend ziehen sich die gut 6 Minuten von If I Was Your Vampire dahin, ohne viel Spannung aufkommen zu lassen. Diese Drögheit zieht sich leider durch die ganze erste Hälfte des Albums - es wird teilweise ziemlich rockig (Putting Holes in Happiness), meist ist aber vom hart-provokativen Industrial, den Manson früher produziert haben, nicht viel zu hören.
Super ist hingegen Heart-Shaped Glasses, das mit einer mitreißenden Mischung aus Rhythmus und Gitarre überzeugt, die zwar ebenso ungewöhnlich ist, dafür aber wirklich das, was man als "innovativ" bezeichnen würde.
Mit dem folgenden Lied wird zwar wieder in das alte Schema zurückgegangen, Are You the Rabbit? kann aber wieder durch die nette Gitarrenarbeit überzeugen. Diese Attitüde hält sich auch recht gut bis zum Schluss, man muss zumindest anmerken, dass Eat Me, Drink Me eine gutes Outro darstellt.

Nun, mehr gibt es zur neuen Manson-Platte eigentlich zu sagen. Sehr schade, dass diesmal Lieder im Stile von mOBSCENE, (s)AINT oder This Is the New Shit völlig fehlen. Ob man das als Stilwechsel bezeichnen kann, weiß ich nicht, aber dass die Gruppe sich von ihrer früheren Wurzeln sehr entfernt hat, auf jeden Fall.

Tracklist:
01 | If I Was Your Vampire
02 | Putting Holes in Happiness
03 | The Red Carpet Grave
04 | They Said Hell's Not Hot
05 | Just A Car Crash Away
06 | Heart-Shaped Glasses (When the Heart Guides the Hand)
07 | Evidence
08 | Are You the Rabbit?
09 | Mutilation is the Most Sincere Form of Flattery
10 | You and Me and the Devil Makes
11 | Eat Me, Drink Me

Bewertung: 4 / 10 Punkten
Anspieltipps: Heart-Shaped Glasses, Are You the Rabbit?, You and Me and the Devil Makes
Links:
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Deutsche Fanpage mit umfangreicher Information und aktuellen News
Offizielle MySpace-Präsenz
10.8.07 00:37


Empfehlung der Woche (13.08.2007)


Fear Before the March of Flames: The Always Open Mouth
(2004)

Kommen wir zu einem Album, das ich als eines der besten des letzten Jahres, wenn nicht als eines der besten überhaupt erachten würde.
Ich weiß eigentlich gar nicht, wie man am besten das Genre der auf The Always Open Mouth vorhandenen Musik beschreibt. Im Grunde ist es Hardcore, allerdings mit vielen technischen und spielerischen Variationen, sei es ein bisschen Elektronik hier, ein paar verdrehte Soundeffekte dort und nicht zu vergessen die intelligenten Riffs, die weitab vom Standard-Gitarren- und Schlagzeuggedresche existieren.
Ebenfalls progressiv sind die teils sehr kritischen, teil eher persönlichen Lyrics, die mit Wortgewandtheit und Einfallsreichtum überzeugen können.

So finden sich neben den umschließenden Intro- bzw. Outro-Tracks 13 teils sehr energiegeladene, teils eher anspruchsvoll-emotionalere Lieder, allerdings ohne je aufdringlich oder kitschig zu werden. Ein Kracher jagt den nächsten, und wenn es nach gut 45 Minuten vorbei ist, wird kaum einer die CD ohne Weiteres wieder ins Regal zurück legen.

Anspieltipps: Drowning the Old Hag, Mouth, Lycanthropy
13.8.07 08:37


FM4 Frequency 2007

... And You Will Know Us By the Trail of Dead
Die Jungs haben durchaus eine überzeugende Show hingelegt. Gespielt wurden Lieder aus allen drei Alben, die aber allesamt eine Schwäche aufweisen: Sie sind nicht wirklich Rock-Festival-tauglich. Kein Problem, wenn man gemütlich ihre CDs hört, aber durch den oftmaligen Wechsel zwischen laut/schnell und langsam/leise in ihren Liedern kommt live nicht so richtig Stimmung auf. Eine Ausnahme bilden hier Caterwaul, welches auf jeden Fall aufwühlend ist (was man beim Konzert auch gemerkt hat) oder Naked Sun, das immer auf einer lockeren Ebene bleibt, was ja auch nichts macht. Der Rest wollte aber nicht so richtig zünden, was wie gesagt nicht an der Musik an sich lag, sondern eher an deren Aufbau und der Tatsache, dass ja doch nicht nur Fans vor der Bühne stehen.
Bewertung: 6 / 10 Punkten

Eagles of Death Metal
Wie mir schon von vorne hinein klar war, verstehen es Jesse Hughes und seine Eagles Stimmung zu machen. Mit kessem Frauen-Pop als Intro und Austria-Shirt startete die Truppe durch eine Stunde Rock 'n Roll der alten Schule, natürlich nicht ohne die Menge zwischendurch mit Lobeshymnen anzuheizen - und diese Mischung nahm sie dann auch mit viel Energie auf.
Von der musikalischen Seite blieb die Band altbewährt und spielte alle Hits aus dem Repartoire zweier Longplayer herunter - bis auf den flotten Einsteiger I Only Want You, der seltsamerweise ausgelassen wurde. Dafür ging es bei Cherry Cola, Bad Dream Mama und dem eigentlich lockeren Whorehoppin' (Shit Goddamn) richtig zur Sachen, womit das Livepotential der Band deutlich gemacht wurde.
Bewertung: 10 / 10 Punkten

Fotos
Die Band aus "Hamburg, Köln und Wuppertal" überraschte mit nettem, solidem Deutsch-Indie-Pop. Zum ersten Mal gehört erwartete ich mir nichts Großartiges, wobei es dann auch blieb - gute Stimmung machte die Band trotzdem, weil die Musik zwar nicht innovativ, aber immer noch ansprechend ist. Dabei bewegen sich die Jungs in einer Mischung aus den Sportfreunden Stiller, Bloc Party und einer anspruchsvolleren Variante von Juli - allerdings mit teils ziemlich emotionalen Texten, was sich aber nur zeitweise in der Musik widerspiegelt.
Höhepunkt des Auftritts war sicherlich das Remmidemmi-Cover, welches in einer leicht abgewandelten Form mit Gitarren-Unterstützung natürlich für Party sorgte - auch wenn es stilistisch nicht so ganz zu den sonstigen Fotos passt.
Bewertung: 7 / 10 Punkten

!!!
Ich muss zugeben, nur in etwa die Hälfte des Konzertes mitbekommen zu haben - was mir persönlich aber auch schon gereicht hat. Schlecht war die unaussprechliche Band aus den USA ja nicht, aber für meinen Geschmack etwas zu überdreht, ohne dabei Form zu gewinnen. Ich bin wirklich froh, wenn eine Gruppe mal nicht auf die ewig gleichen Akkord-Riffs und Schlagzeug-Standards zurückgreift und einmal ein wenig aufdreht, aber das Ganze hat keinen Sinn, wenn dabei nichts Hörbares herauskommt. Und diesen Eindruck hatte ich bei !!!, die zeitweise mit bis zu drei Schlagzeugen/Percussion-Instrumenten arbeiteten und ab und an noch eine zusätzliche Sängerin auf die Bühne schickten, die ihren Teil zum Gesamtbild abgab.
Somit war es zwar ein recht interessantes Erlebnis (und die Menge ging auch ziemlich gut ab), aber mitreißen konnte mich dieser wilde Musik-Mix irgendwie nicht, auch wenn es sonst wirklich kein braver Pop-Rock sein muss.
Bewertung: 4 / 10 Punkten

MIA.
Na ja, mit MIA. ist es so eine Sache - ja, die Band hat ihre Hits und weiß sie live auch gekonnt herüberzubringen. Allerdings hatte man oft das Gefühl, man wolle mangelnde musikalische Kompetenz mit einer Bühnenpräsentation kompensieren, was bei einem Live-Auftritt zwar gut ankommt, der zentrale Punkt dabei, die Musik nämlich, dafür etwas außer Acht gelassen wird.
Die Gruppe um Frontfrau "Mieze" (bzw. Mieze Katz) stellte dies, passend zu ihrem aktuellen Album, mit einer Art Zirkusshow an, was Bühnenbild und Gesamtauftritt gut reflektierten. Eine Art Manege wurde aufgebaut, mit Trampolinen, Ringen, Glitter und alles was eben dazu gehört. Zusätzlich präsentierten sich die Bandmitglieder in schicken, weißen Anzügen, um das Flair noch zu verstärken. Die Sängerin hingegen trat zuerst mit weißen Flügeln auf - Kitschalarm-Stufe Rot, aber glücklicherweise "tauschte" sie diese nach kurzer Zeit "gegen unsere Hemmungen". Na ja, der Menge hat's offenbar gefallen, ob nun wegen der lasziven Posen von Mieze oder tatsächlich der gespielten Musik ist eine andere Frage.
Bewertung: 3 / 10 Punkten

Jimmy Eat World
Nun, was lässt sich dazu sagen? Ein musikalisch guter Gig, bei dem alle Hits vertreten waren (wie ein Freund schon sagte sind Festivalauftritte in Bezug auf die Setlist ja meist eine Art "Best of", was hier auch sehr gut gestimmt hat) und nur zwei Dinge störten:
Erstens die Zuseher um mich herum - fast ausnahmslos betrunkene Halbstarke, die provokant eine Art Mauer bildeten und jeden anpöbelten, der sie auch nur im Geringsten beim Rumstehen, Glotzen und Labern störte. Dabei stand ich nicht einmal sonderlich außerhalb der Menge, eher knapp am Rand, wo es anderorts auch ziemlich abging. Die vielen Leute waren aber auch der Grund, weswegen es schwer war, von dort wegzukommen. Wirklich störend.
Zweitens die Band selbst bzw. ihre Motivationslosigkeit - auch wenn sie an den Instrumenten sonst so gut sind, ich erwarte mir bei einem Live-Act vor hunderten von Zusehern ein bisschen mehr Ansehliches auf der Bühne, auch wenn der Sänger an die Gitarre gebunden ist. Die wenigen Worte ans Publikum beliefen sich auf das üblich kurze Blabla, was insofern nicht schlecht ist, als damit die Musik im Vordergrund steht und auch mehr Zeit für Songs übrig bleibt. Dass man aber durchaus beides hätte fusionieren können, zeigten wie beschrieben die Eagles of Death Metal wesentlich besser.
Bewertung: 7/ 10 Punkten

Beatsteaks
Dass es bei der Berliner Truppe ordentlich zuging, konnte man von oben gut beobachten - ich und meine Freundin verfolgten das Konzert nämlich über die Videoleinwände auf einer Anhöhe des Geländes, die leider in die Zukunft blicken konnten, sprich, der Sound kam ca. eine Sekunde später an als der Ton.
Von diesen vom Konzert unabhängigen technischen Differenz abgesehen gab es am Auftritt der Beatsteaks eigentlich kaum was zu bemängeln - nette Musik für zwischendurch, ein bisschen zu viel Show vielleicht (man könnte jetzt denken, dass man es mir nie recht machen kann... das stimmt nicht!), aber in jedem Fall unterhaltend. Der Musikstil ist nun mal nicht unbedingt Meines, somit überlasse ich besser den Beatsteaks-Kennern, ob hier ein ordentliches Produkt abgeliefert wurde oder nicht. Witzig fand ich jedenfalls den im Berliner Dialekt abgehaltenen Ein-Mann-Song über eine verflossene Liebe, der stilistisch so gar nicht ins Programm passte, von den Fans aber dennoch positiv aufgenommen wurde.
Bewertung: - / 10 Punkten

Nine Inch Nails
"17 August 2007: Worst performance and certainly the worst crowd of the whole tour by far."
Und so ganz unrecht hat der liebe Trent da auch nicht, mal abgesehen von der Performance. Die war nämlich gewohnt gut, was man vom Publikum nicht wirklich sagen kann: Pubertierende Ärzte-Fans, die den Wavebreaker belagerten, die "Beste Band der Welt" während der NIN-Gigs anfeuerten und dabei vereinzelt Becher auf die Bühne warfen, wenn sie sich nicht gerade gelangweilt miteinander unterhielten. Ich kann ja verstehen, dass man auf die nächste Band wartet und die aktuelle deswegen nicht gleich toll finden muss, aber dann stellt man sich eben ruhig hin und wartet die Spielzeit ab. So etwas konnte man von vielen der anwesenden DÄ-Fans aber scheinbar nicht erwarten, was dieses Erlebnis für mich um einiges trübte. Ich hatte ja immerhin noch Glück, zwischen ein paar anderen NIN-Fans zu stehen, die sich auch nicht schämten, das offen zu zeigen, aber optimal war das auch nicht.
Gespielt wurden fast alle Hits - das fehlende Hurt zum Schluss hätte bei den meisten Zuhörern aber ohnehin nichts gebracht, da schon Something I Can Never Have, La Mer und The Frail (gute Songauswahl eigentlich, für ein Festival meiner Meinung nach aber allgemein nicht sonderlich gut geeignet) sehr mühsam anzuhören waren. Sehr wenig zu zum Besten gegeben wurde allerdings vom aktuellen Album Year Zero, denn bis auf The Beginning of the End, das eher schwache The Good Soldier und das obligatorische, nun nicht mehr wirklich neue Survivalism waren hauptsächlich Lieder aus der Prä-With Teeth-Ära vertreten, was mich schon ein wenig enttäuschte. Dafür gab's das live gespielt sehr geniale The Wretched zu erleben.
Bewertung: 7 / 10 Punkten

Gods of Blitz
Wieder eine deutsche Band und wieder aus der Indie-Richtung, allerdings stärker darauf fixiert als Fotos und mit mehr britischem Flair. Auch diese machte mit ihrer Musik ordentlich Stimmung, auch wenn die Songs teilweise etwas eintönig sind. Darüber hinweg trösteten aber die sympathischen Bandmitglieder und nette Ansprachen des Frontman, der später sogar richtig abging, als er ein "Nachtclub"-Plakat am Salzburgring entdeckte und nach einer kleinen Moralpredigt zum nächtlichen Anzünden desselben aufforderte, was scheinbar wohlwollend aufgenommen, aber dann doch nicht durchgeführt wurde.
Mehr lässt sich ehrlich gesagt nicht über den Auftritt sagen, gute Musik, nette Stimmung, nichts Weltbewegendes, ein Reinhören ist aber definitiv zu empfehlen.
Bewertung: 6 / 10 Punkten

The Locos
Wow! Die Überraschungsband für mich auf dem Festival! Musikalisch zwar standardisierter Ska-Punk aus Spanien, aber die Südländer verstanden es wirklich, den Wavebreaker zum Kochen zu bringen. Und das nicht nur durch ihre fröhliche, absolut tanzbare Musik, sondern auch mit Hilfe verschiedenster Kostüme und Gadges, die auf der Bühne zur Schau gestellt wurden. Da gab es die mit heißer Luft gefüllte Imitation der amerikanischen Freiheitsstatue - dessen Gesicht jedoch "etwas" abgeändert wurde -, riesige Luftballone, die ins Publikum geworfen wurden und die insgesamt vier Verkleidungen des Frontmans, die verdeutlichten, wogegen sich die (von den meisten wohl nicht verstandenen, weil spanischen) Texte richten: Kirche, Polizei, Oberschicht, nichts Neues im Punk, was man der Band aber gerne verzeiht. Immerhin ging es darum, Laune zu schaffen, und nicht darum die nachdenklichen Gemüter anzuregen.
Dies erreichten die Locos auch sehr gut mit diversen Coverversionen, wie dem allbekanten Song 2 der britischen Indie-Veteranen oder einer spanischen Version von Don't Worry, Be Happy. Dass dabei das Publikum zum Mitsingen aufgefordert wurde, war eigentlich unnötig, da es ohnehin kaum Leute gab, die es nicht taten. Wobei das während einer Stunde des fortwährenden Tanzens irgendwann auch nicht mehr ein Ding von Einfachheit ist.
Bewertung: 10 / 10 Punkten

Fall Out Boy
Auch hier wurde auf der Bühne ordentlich gerockt, besonders der Bassist tanzte, als ginge es um sein Leben, führte eine Piorette nach der anderen durch und begab sich auch schon mal in den Publikumsstrom, um von unzähligen Mädchenhänden abgegriffen zu werden. Sänger und Gitarrist Patrick Stump war aufgrund seiner Doppelfunktion natürlich ans Mikro gefesselt, überzeugte dafür aber mit seiner Stimme, die live kaum schlechter klingt als auf den Studioaufnahmen, was mich zunächst an der Echtheit des Auftrittes zweifeln lies, man dann aber doch gut erkennen konnte, dass der Mann einfach nur singen kann.
Was das Konzert jedoch gehörig trübte waren die Roadies, die ständig auf der Bühne herumwuselten und dies und das richtete. Wurde ein Bierbecher geworfen, den Locos-Frontman Pipi noch liebend gerne aufgefangen hätte, so war hier gleich ein Trupp Mitarbeiter zu sehen, die den Becher mitnahmen, den Boden sauberwischten und dann noch das Verstärkerkabel richteten. Sicherheit schön und gut, aber immerhin ist das Rock 'n Roll (ja, auch trotz lange anhaltendem Emo-Status) und kein Kindergeburtstag, also war die ganze Sache eigentlich ziemlich störend. Ebenso wie der fette Schwarze, der bei diversen Liedern auf der Bühne mittanzte und auch -sang. Witzig, klar, aber eigentlich eher unpassend, das wäre er selbst bei den Eagles gewesen (und nein, nicht aufgrund seiner Hautfarbe).
Somit also ein etwas getrübter Live-Eindruck der amerikanischen Jungs, als dessen Aufwertung man neben der guten musikalischen Leistung das Jackson-Cover und ein kleines Anspielen vom PANIC!-Track I Write Sins Not Tragedy sehen kann.
Bewertung: 8 / 10 Punkten
29.8.07 18:04


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