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she - Twilight RX

Na, wer erkennt das Album, auf dem das hier aufgebaut ist?
10.9.07 12:25


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Empfehlung der Woche (10.09.2007)


Broken Social Scene: Broken Social Scene
(2005)

Eine so genannte Supergroup ist natürlich immer ein Risiko: Möglicherweise ergänzen sich die teilnehmenden Musiker perfekt, unterstützen sich gegenseitig in ihrem kreativen Schaffen und erzeugen somit einzigartige Kunst. Vielleicht aber auch kommt gar nichts Interessantes zustande, eben weil individuelle Köpfe oft auch eigensinnige Ideen beinhalten, die jeder natürlich so stark wie möglich durchsetzen will.
Bei Broken Social Scene, der kanadischen Band mit theoretisch 20 Mitgliedern, ist glücklicherweise ersteres definitiv der Fall. Auch wenn nicht immer das vollständige Repartoire auf den Alben zu hören ist, sind Namen wie Jason Collett, Emily Haines oder Leslie Feist in der lokalen Szene vertrauenswürdige Namen.

Und so beweisen die siebzehn auf diesem Album vertretenen Musiker was es heißt, fröhliche, stimmungsvolle, aber gleichzeitig experimentelle Musik zu machen. Die fünf, sechs Künstler, die jeweils an einem Song teilnehmen, beweisen ihre offene Zusammenarbeit mehr als gut, wenn bis zu vier Gitarren wie aus einem Guss klingen und das sich darüber legende Saxophon nur noch positiv ergänzt (Schlagzeug und Bass nicht zu vergessen). Dass dabei auch gemäßigte und vielleicht sogar nachdenkliche Lieder herauskommen, ist jedenfalls nicht zu verachten - immerhin soll auch Abwechslung gewährleistet werden. Zwischen rhythmisch flotten Stücken findet sich also auch beschwingt-lockere Musik, die richtig zum Entspannen anregt.

Somit kann man gespannt sein, was die Künstlertruppe mit dem bald erscheinenden "Spirit If..." zuwege bringt. Dieses wurde immerhin nicht von ganz BSS geschrieben, sondern nur von Gründe Kevin Drew, wobei die Gruppe die Stück vorträgt. Hoffentlich mit so viel Leidenschaft und Hingabe wie auf diesem Album.

Anspieltipps: Ibi Dreams of Pavement (A Better Day), Fire Eye'd Boy, Swimmers
10.9.07 12:52


Sky Eats Airplane

Everything Perfect On The Wrong Day
(2006)

Genre: Electricore, Nintendocore

Dass Myspace zum Entdecken neuer Bands wirklich gut geeignet ist, ist gewissermaßen Fakt. Auch wenn - wie könnte es auch anders sein - dort ebenso viel Mist vorhaden ist wie im Plattenladen um die Ecke schlechte CDs liegen, findet man doch ab und zu Musik, die wirklich zu was taugt.

So geschehen bei Sky Eat Airplane: Die anhörbaren Tracks auf dem Bandprofil überzeugten mich wirklich, mehr noch, ich fand sie schlichtweg toll. Also musste natürlich auch das Album her, was dann aber doch die Ernüchterung brachte, die man gut auf zwei Punkte zusammenfassen kann:
1. Befinden sich von den 5 Online-Tracks nur zwei auf dem Album. Sehr schade, denn gerade die anderen drei würde ich als die besseren Lieder erachten.
2. Das Album kann in seiner Gesamtheit nicht wirklich überzeugen, und zwar aus folgenden Gründen:

Gerade bei einer jungen Band wie SKA ist es natürlich wichtig, einen überzeugenden Erstling auf den Markt zu bringen. Liveshows hin oder her, letztendlich wird eine Musikgruppe mehr an ihren Studioerzeugnissen gemessen als an sonst was. Hier kommt aber zusätzlich noch die Schwierigkeit hinzu, dass diese Band Musik aus dem Electric- oder Nintendocore-Genre macht. Wichtig hierbei ist hauptsächlich eines: Eine gelungene Fusion zwischen den für die C64-Ära typischen 8-Bit-Sounds und harten Gitarrenriffs, gepaart mit mehr oder weniger aggressivem Gesang, zu finden. Und genau hier schwächelt Everything Perfect On The Wrong Day.
Denn die Lieder klingen oft schlichtweg nicht wie aus einem Guss, mehr wie Fragmente, die zwar hoffnungsvoll gute Melodien beinhalten, aber allesamt ideenlos zusammengepappt wurden, ohne dem Ganzen eine Struktur zu geben. Ein bisschen cleaner Gesang hier, ein paar Elektro-Sounds da, dann wieder ein fettes Riff und geschrieene Vocals zum Drüberstreuen. In seiner Gesamtheit bietet das aber nicht gerade ein Hörvergnügen, was schade ist, da gute Ansätze wie gesagt vorhanden sind und die Jungs aus Texas mit ihren Myspace-only-Liedern auch zeigen, dass sie's eigentlich können.

Das klingt jetzt vielleicht drastischer, als es ist, denn mit Liedern wie Giants in the Ocean oder der Mehr-oder-weniger-Ballade She Is Just Glitch befinden sich durchaus sehr angenehme Stücke auf der Platte. Auch Hones Hitchhikers Asking For Cash Handouts beinhaltet wirklich coole Stellen, ohne Frage. Da die Scheibe insgesamt aber nur 9 Lieder besitzt, wovon drei unter zwei Minuten lang sind und zum Großteil aus sinnlosem Gedudel bestehen, ist das definitiv zu wenig, um die oben beschriebenen Fehler wett zu machen.

Somit lässt sich nur hoffen, dass Sky Eats Airplane bald eine EP mit den Myspace-Songs herausbringen bzw. mehr in dieser Richtung feilen, damit der Nachfolger mehr überzeugen kann als dieses Album.

Tracklist:
01 | By All Means, Captain
02 | Patterns
03 | Hones Hitchhikers Asking For Cash Handouts
04 | Exit Row
05 | Giants in the Ocean
06 | She Is Just A Glitch
07 | The Opposite Viewed in Real Time
08 | Everything Perfect on the Wrong Day
09 | The Messenger

Bewertung: 4 / 10 Punkten
Anspieltipps: Giants in the Ocean, She Is Just A Glitch
Links:
Offizielle Seite
Offizielle MySpace-Präsenz
17.9.07 16:52


The State of Berlin vs. Fear Before

Live: The End, Fear Before the March of Flames, Heavy Heavy Low Low
27.08.2007 // Kato, Berlin

Alleine Konzerte zu besuchen ist irgendwie blöde, so viel schon mal vorneweg. Aber da niemand mit mir mitgehen wollte, ging ich an diesem Abend also alleine ins Berliner Kato, wo mir nach dem Eintritt schon gleich der Merchandise-Stand entgegenlachte. Also glatt mal ein Fear-Before-Shirt und die limitierte Tour-EP gekauft, zusammen 15€. Sehr fairer Preis.

Nach einiger Zeit des Wartens kamen dann Heavy Heavy Low Low auf die Bühne, die ordentlich abgingen, sowohl vom Musikalischen, als auch von der Performance her. Lediglich der Sänger stand die meiste Zeit nur schnurgerade mit halb geschlossenen Augen vor der Bühne und bewegte seine Arme zum Takt der Musik, was wegen seiner Mischung aus zerbrechlich-verzweifeltem und emotional-aggressivenm Gesang jedoch sehr gut passt. Das Ganze gab der Bühnenpräsentation jedenfalls einen einzigartigen Touch, da die meisten Hardcore-Sänger ja meist wie wild über die Bretter tanzen und sich vor lauter Geschrei kaum halten können.
Das Publikum war weniger motiviert, was ich insofern verstehen kann, als die Band wirklich nicht bekannt ist, sie andererseits aber echt aufreißende Musik spielte. Lediglich ein offensichtlicher Die-Hard-Fan rannte die ganze Zeit vor der Bühne herum und sprang auch zwei Mal auf dieselbe, um sich das Mikro zu schnappen und eine Textzeile hineinzubrüllen.
Nach ca. einer halben Stunde war auch schon wieder Schluss, was bestimmt auch daran lag, dass kaum ein Lied der Band länger als 2 Minuten ist. Sehr schade, wie ich fand, aber immerhin wurde das Publikum ziemlich rasch mit der nächsten Band, Fear Before the March of Flames, vertröstet.

Als erstes fiel bei den fünf Jungs aus Colorado das fehlende Keyboard auf. Nicht, dass dessen Klänge ein essentieller Teil der Musik wären, aber für manche Stücke ist es eben doch von Nöten - zumal ich genügend Konzertaufnahmen kenne, wo ein solches verwendet wird.
Nun ja, ohne Keyboard und dafür mit sitzendem (weil verletztem) Bassisten ging dann die Show los, die in Intensität und Überzeugungskraft dem Schauspiel von Heavy Heavy Low Low in nichts nachstand. Auch Sänger Dave Marion scheint sich von seinen Zeiten als Bühnenhitzkopf etwas entfernt zu haben und setzte mehr auf anmutige bis absurd wirkende Gestiken, die teilweise zur Musik passten, manchmal aber auch einfach nur aufgesetzt wirkten.
Die Songauswahl war jedenfalls gut - wie zu erwarten wurde viel vom grandiosen neuen Album gespielt (welches nun auch nicht mehr ganz so neu ist), dazu Klassiker wie Should Have Stayed in the Shallows oder Fashion Tips, Baby. Sehr schade war aber der Verzicht auf Drowning the Old Hag (was die Menge vielleicht zu etwas mehr Elan gebracht hätte) oder auf das High As A Horse-Outro Dog Sized Bird, dessen Fehlen aufgrund der fehlenden Synthie-Sounds jedoch verständlich war.

Nach rund 40 Minuten war es auch schon wieder vorbei, dieses Mal dauerte der Umbau jedoch etwas länger, da das Equipment von Fear Before und The End sich offenbar grundunterschied, obwohl an Innovation nur eine einzelne Tom Tom für den Sänger bereitgestellt wurde.
Auch die kanadischen The End überzeugten mit ihrer Show, die, im Gegensatz zu den Bands vor ihnen, mehr auf progressive Metalcore-Klänge setzte, was aber keinesfalls negativ gewertet werden sollte. Besonders Vokalist Aaron Wolff gab am Mikro und an erwähnter Tom Tom alles, und unterstrich die teils harten, teils melodischen Klänge sehr gut, trotz einiger soundtechnischer Pannen.

All das konnte das Publikum aber erneut nicht wirklich zu Euphorie bewegen, was seitens der Band auch durchaus angemerkt wurde, jedoch dieses Mal wohl auch daran lag, dass nach Fear Before mehr als die Hälfte der Anwesenden das Weite suchte. Schade eigentlich, denn obwohl ich immer noch die Hardcore-Schiene der beiden ersten Bands den Kanadiern vorziehe, war auch dieses Konzert ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte.

Eine Bewertung erspare ich mir ausnahmsweise, bei drei Bands (wovon ich anno dazumal nur eine kannte) wäre das mehr erzwungen als ehrlich.
19.9.07 03:39


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