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The State of Berlin vs. Fear Before

Live: The End, Fear Before the March of Flames, Heavy Heavy Low Low
27.08.2007 // Kato, Berlin

Alleine Konzerte zu besuchen ist irgendwie blöde, so viel schon mal vorneweg. Aber da niemand mit mir mitgehen wollte, ging ich an diesem Abend also alleine ins Berliner Kato, wo mir nach dem Eintritt schon gleich der Merchandise-Stand entgegenlachte. Also glatt mal ein Fear-Before-Shirt und die limitierte Tour-EP gekauft, zusammen 15€. Sehr fairer Preis.

Nach einiger Zeit des Wartens kamen dann Heavy Heavy Low Low auf die Bühne, die ordentlich abgingen, sowohl vom Musikalischen, als auch von der Performance her. Lediglich der Sänger stand die meiste Zeit nur schnurgerade mit halb geschlossenen Augen vor der Bühne und bewegte seine Arme zum Takt der Musik, was wegen seiner Mischung aus zerbrechlich-verzweifeltem und emotional-aggressivenm Gesang jedoch sehr gut passt. Das Ganze gab der Bühnenpräsentation jedenfalls einen einzigartigen Touch, da die meisten Hardcore-Sänger ja meist wie wild über die Bretter tanzen und sich vor lauter Geschrei kaum halten können.
Das Publikum war weniger motiviert, was ich insofern verstehen kann, als die Band wirklich nicht bekannt ist, sie andererseits aber echt aufreißende Musik spielte. Lediglich ein offensichtlicher Die-Hard-Fan rannte die ganze Zeit vor der Bühne herum und sprang auch zwei Mal auf dieselbe, um sich das Mikro zu schnappen und eine Textzeile hineinzubrüllen.
Nach ca. einer halben Stunde war auch schon wieder Schluss, was bestimmt auch daran lag, dass kaum ein Lied der Band länger als 2 Minuten ist. Sehr schade, wie ich fand, aber immerhin wurde das Publikum ziemlich rasch mit der nächsten Band, Fear Before the March of Flames, vertröstet.

Als erstes fiel bei den fünf Jungs aus Colorado das fehlende Keyboard auf. Nicht, dass dessen Klänge ein essentieller Teil der Musik wären, aber für manche Stücke ist es eben doch von Nöten - zumal ich genügend Konzertaufnahmen kenne, wo ein solches verwendet wird.
Nun ja, ohne Keyboard und dafür mit sitzendem (weil verletztem) Bassisten ging dann die Show los, die in Intensität und Überzeugungskraft dem Schauspiel von Heavy Heavy Low Low in nichts nachstand. Auch Sänger Dave Marion scheint sich von seinen Zeiten als Bühnenhitzkopf etwas entfernt zu haben und setzte mehr auf anmutige bis absurd wirkende Gestiken, die teilweise zur Musik passten, manchmal aber auch einfach nur aufgesetzt wirkten.
Die Songauswahl war jedenfalls gut - wie zu erwarten wurde viel vom grandiosen neuen Album gespielt (welches nun auch nicht mehr ganz so neu ist), dazu Klassiker wie Should Have Stayed in the Shallows oder Fashion Tips, Baby. Sehr schade war aber der Verzicht auf Drowning the Old Hag (was die Menge vielleicht zu etwas mehr Elan gebracht hätte) oder auf das High As A Horse-Outro Dog Sized Bird, dessen Fehlen aufgrund der fehlenden Synthie-Sounds jedoch verständlich war.

Nach rund 40 Minuten war es auch schon wieder vorbei, dieses Mal dauerte der Umbau jedoch etwas länger, da das Equipment von Fear Before und The End sich offenbar grundunterschied, obwohl an Innovation nur eine einzelne Tom Tom für den Sänger bereitgestellt wurde.
Auch die kanadischen The End überzeugten mit ihrer Show, die, im Gegensatz zu den Bands vor ihnen, mehr auf progressive Metalcore-Klänge setzte, was aber keinesfalls negativ gewertet werden sollte. Besonders Vokalist Aaron Wolff gab am Mikro und an erwähnter Tom Tom alles, und unterstrich die teils harten, teils melodischen Klänge sehr gut, trotz einiger soundtechnischer Pannen.

All das konnte das Publikum aber erneut nicht wirklich zu Euphorie bewegen, was seitens der Band auch durchaus angemerkt wurde, jedoch dieses Mal wohl auch daran lag, dass nach Fear Before mehr als die Hälfte der Anwesenden das Weite suchte. Schade eigentlich, denn obwohl ich immer noch die Hardcore-Schiene der beiden ersten Bands den Kanadiern vorziehe, war auch dieses Konzert ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte.

Eine Bewertung erspare ich mir ausnahmsweise, bei drei Bands (wovon ich anno dazumal nur eine kannte) wäre das mehr erzwungen als ehrlich.
19.9.07 03:39
 


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