Reviews . Konzerttermine . Erscheinungsdaten . Gästebuch . Archiv . Abonnieren
Alben

Sky Eats Airplane

Everything Perfect On The Wrong Day
(2006)

Genre: Electricore, Nintendocore

Dass Myspace zum Entdecken neuer Bands wirklich gut geeignet ist, ist gewissermaßen Fakt. Auch wenn - wie könnte es auch anders sein - dort ebenso viel Mist vorhaden ist wie im Plattenladen um die Ecke schlechte CDs liegen, findet man doch ab und zu Musik, die wirklich zu was taugt.

So geschehen bei Sky Eat Airplane: Die anhörbaren Tracks auf dem Bandprofil überzeugten mich wirklich, mehr noch, ich fand sie schlichtweg toll. Also musste natürlich auch das Album her, was dann aber doch die Ernüchterung brachte, die man gut auf zwei Punkte zusammenfassen kann:
1. Befinden sich von den 5 Online-Tracks nur zwei auf dem Album. Sehr schade, denn gerade die anderen drei würde ich als die besseren Lieder erachten.
2. Das Album kann in seiner Gesamtheit nicht wirklich überzeugen, und zwar aus folgenden Gründen:

Gerade bei einer jungen Band wie SKA ist es natürlich wichtig, einen überzeugenden Erstling auf den Markt zu bringen. Liveshows hin oder her, letztendlich wird eine Musikgruppe mehr an ihren Studioerzeugnissen gemessen als an sonst was. Hier kommt aber zusätzlich noch die Schwierigkeit hinzu, dass diese Band Musik aus dem Electric- oder Nintendocore-Genre macht. Wichtig hierbei ist hauptsächlich eines: Eine gelungene Fusion zwischen den für die C64-Ära typischen 8-Bit-Sounds und harten Gitarrenriffs, gepaart mit mehr oder weniger aggressivem Gesang, zu finden. Und genau hier schwächelt Everything Perfect On The Wrong Day.
Denn die Lieder klingen oft schlichtweg nicht wie aus einem Guss, mehr wie Fragmente, die zwar hoffnungsvoll gute Melodien beinhalten, aber allesamt ideenlos zusammengepappt wurden, ohne dem Ganzen eine Struktur zu geben. Ein bisschen cleaner Gesang hier, ein paar Elektro-Sounds da, dann wieder ein fettes Riff und geschrieene Vocals zum Drüberstreuen. In seiner Gesamtheit bietet das aber nicht gerade ein Hörvergnügen, was schade ist, da gute Ansätze wie gesagt vorhanden sind und die Jungs aus Texas mit ihren Myspace-only-Liedern auch zeigen, dass sie's eigentlich können.

Das klingt jetzt vielleicht drastischer, als es ist, denn mit Liedern wie Giants in the Ocean oder der Mehr-oder-weniger-Ballade She Is Just Glitch befinden sich durchaus sehr angenehme Stücke auf der Platte. Auch Hones Hitchhikers Asking For Cash Handouts beinhaltet wirklich coole Stellen, ohne Frage. Da die Scheibe insgesamt aber nur 9 Lieder besitzt, wovon drei unter zwei Minuten lang sind und zum Großteil aus sinnlosem Gedudel bestehen, ist das definitiv zu wenig, um die oben beschriebenen Fehler wett zu machen.

Somit lässt sich nur hoffen, dass Sky Eats Airplane bald eine EP mit den Myspace-Songs herausbringen bzw. mehr in dieser Richtung feilen, damit der Nachfolger mehr überzeugen kann als dieses Album.

Tracklist:
01 | By All Means, Captain
02 | Patterns
03 | Hones Hitchhikers Asking For Cash Handouts
04 | Exit Row
05 | Giants in the Ocean
06 | She Is Just A Glitch
07 | The Opposite Viewed in Real Time
08 | Everything Perfect on the Wrong Day
09 | The Messenger

Bewertung: 4 / 10 Punkten
Anspieltipps: Giants in the Ocean, She Is Just A Glitch
Links:
Offizielle Seite
Offizielle MySpace-Präsenz
17.9.07 16:52


Werbung


Marilyn Manson

Eat Me, Drink Me
(2007)

Genre: Alternative, Rock, Metal

Das Album beginnt vedammt dröge - schleppend ziehen sich die gut 6 Minuten von If I Was Your Vampire dahin, ohne viel Spannung aufkommen zu lassen. Diese Drögheit zieht sich leider durch die ganze erste Hälfte des Albums - es wird teilweise ziemlich rockig (Putting Holes in Happiness), meist ist aber vom hart-provokativen Industrial, den Manson früher produziert haben, nicht viel zu hören.
Super ist hingegen Heart-Shaped Glasses, das mit einer mitreißenden Mischung aus Rhythmus und Gitarre überzeugt, die zwar ebenso ungewöhnlich ist, dafür aber wirklich das, was man als "innovativ" bezeichnen würde.
Mit dem folgenden Lied wird zwar wieder in das alte Schema zurückgegangen, Are You the Rabbit? kann aber wieder durch die nette Gitarrenarbeit überzeugen. Diese Attitüde hält sich auch recht gut bis zum Schluss, man muss zumindest anmerken, dass Eat Me, Drink Me eine gutes Outro darstellt.

Nun, mehr gibt es zur neuen Manson-Platte eigentlich zu sagen. Sehr schade, dass diesmal Lieder im Stile von mOBSCENE, (s)AINT oder This Is the New Shit völlig fehlen. Ob man das als Stilwechsel bezeichnen kann, weiß ich nicht, aber dass die Gruppe sich von ihrer früheren Wurzeln sehr entfernt hat, auf jeden Fall.

Tracklist:
01 | If I Was Your Vampire
02 | Putting Holes in Happiness
03 | The Red Carpet Grave
04 | They Said Hell's Not Hot
05 | Just A Car Crash Away
06 | Heart-Shaped Glasses (When the Heart Guides the Hand)
07 | Evidence
08 | Are You the Rabbit?
09 | Mutilation is the Most Sincere Form of Flattery
10 | You and Me and the Devil Makes
11 | Eat Me, Drink Me

Bewertung: 4 / 10 Punkten
Anspieltipps: Heart-Shaped Glasses, Are You the Rabbit?, You and Me and the Devil Makes
Links:
Offizielle Seite
Deutsche Fanpage mit umfangreicher Information und aktuellen News
Offizielle MySpace-Präsenz
10.8.07 00:37


Katatonia

Live Consternation (CD+DVD)
(2007)

Genre: Doom Metal, Depressive Metal

Scheinbar unter Ausschluss der Öffentlichkeit brachten Katatonia ihr erstes vollständiges Live-Album auf den Markt - denn bis auf einen schmalen Banner bei MySpace und einen Hinweis auf der offiziellen Homepage konnte man im Vorhinein nichts von der bereits im Mai herausgekommenen CD erahnen. Dementsprechend überrascht war ich, als ich das Album dann im Elektronikhandel erblickte - und auch gleichzeitig begeistert, denn Katatonias Musik steht besonders seit Discouraged Ones für schönen, atmosphärischen Metal.
Da man auf The Black Sessions 2005 schon eine Live-DVD mit Liedern der letzten 4 Alben beigelegt hatte, wollte man sich hier offenbar mehr auf die letzte Scheibe, The Great Cold Distance, konzentrieren. Nicht nur am im Stil identen Artwork ist das zu bemerken; auch befinden sich mit Leaders, Soil's Song, Deliberation und July nun eben 4 Lieder auf dem Tonträger, die erst seit gut einem Jahr live gespielt werden. Klassiker wie Ghost of the Sun oder Cold Ways dürfen natürlich auch nicht fehlen - leider kommt man insgesamt aber nur auf 11 Tracks, was etwas mager ist. Denn auch auf der beigelegten DVD, die das gesamte Konzert vom Summerbreeze-Festival 2006 in Deutschland in Ton und Bild zeigt, finden sich nicht mehr Lieder. Schade, denn da wäre bestimmt Potential für mehr gewesen, immerhin hätte man sich auch dazu entscheiden können, ein Headliner-Konzert der bandeigenen Tour aufzunehmen.

Nun aber zu den positiven Dingen: Die Tonqualität ist erst einmal sehr anschaulich - besonders Jonas Renkses Stimme kommt wunderbar zur Geltung, live klingt er fast noch zerbrechlicher, dafür aber umso intensiver. Die Rhythmusgitarre ist zeitweise etwas leise, die Leadgitarre wiederum auch nicht zu laut und störend, was leider oftmals der Fall ist. Beim Spielen wurden zudem einige Variationen eingebaut, was ja immer erfreulich ist. Eine guter Live-Auftritt soll sich schließlich nicht anhören wie ein Studioalbum mit eingespieltem Publikum, wobei dieser Verdacht bei Katatonia eben nicht aufkommt, sondern mit kleinen Effektunterschieden, Melodieausläufen und gesanglichen Variationen die richtige Stimmung aufkommt.

Die DVD, die leider ohne jegliche Extras erscheint, dafür aber im 5.1-Soundmodus abspielbar ist, ist gut gefilmt - hier gefallen die vielen verschiedenen Einstellungen und Bild-Überlagerungen, sodass manchmal mehrere Bandmitglieder gleichzeitig sichtbar sind. Auch das "Ausfärben" in Schwarz-Weiß ist passend, obwohl die Bühne traditionsgemäß ohnehin sehr düster ist und sich die Lichteffekte auf Blau- und Rottöne belaufen.
Störend ist hingegen der häufige Wechsel der verschiedenen Kamerapostionen, es ensteht so oft ein Wirrwarr aus Eindrücken, ohne dass man die Band einmal länger in ihrer Gesamtheit sieht. Auch fallen zu Beginn die Zeitlupeneinstellungen negativ auf, die mit der Zeit aber wieder nahezu ganz verschwinden und so nicht mehr das Bild trüben.

Ansonsten handelt es sich hierbei um ein wirklich gelungenes Stück Livegeschichte der wohl deprimierendsten Band aller Zeiten, die aber zeigt, dass sie dennoch viel Power und Ambition besitzt.

Tracklist:
01 | Leaders
02 | Wealth
03 | Soil's Song
04 | Had To (Leave)
05 | Cold Ways
06 | Right Into the Bliss
07 | Ghost of the Sun
08 | Criminals
09 | Deliberation
10 | July
11 | Evidence

Bewertung: 8 / 10 Punkten
Anspieltipps: Soil's Song, Cold Ways, Evidence
Links:
Offizielle Seite
Live Consternation-Mini-Site (Trailer, Hörproben, Galerie, ...)
Offizielle MySpace-Präsenz
4.7.07 00:17


Enter Shikari

Take To The Skies
(2007)

Genre: Hardcore, Metalcore, Trance
Ähnlich wie: Alexisonfire, HORSE the band

Wenn man etwas von der Nicht-mehr-ganz-so-Newcomer-Band Enter Shikari hört, dann ist es meist zuerst, dass sie als erst zweite Band ohne Plattenvertrag im berühmten London Astoria Theatre ausverkauft gespielt haben. Nach fast vier Jahren des Konzertspielens - nur mit einigen selbsterstellen und bei den Shows -vertriebenen EPs als Aufhänger - war es nun an der Zeit, ein vollwertiges Album auf den Markt zu bringen, das langjährigen Fans, als auch Unbekannten Enter Shikaris Musik im handfesten Format bieten soll.

Denn nicht weniger fulminant als deren Live-Shows ist der Tonträger des britischen Quartetts: Zwar werden teilweise auch die sanfteren Gemüter bedient, deren Bedürftnisse auf der Bühne oft ausgelassen werden (Today Won't Go Down In History, Adieu), insgesamt geht es aber flott, kraftvoll und mit viel Geschrei zur Sache. Denn auch das nicht unbedingt Neue, aber durchaus Seltene und Besondere an Enter Shikari: Die interessante Mischung aus Hard- bzw. Metalcore und elektronischen Trancesounds, die nur für sich oder in Kombination mit den Gitarrenriffs dem Hörer entgegengeschmettert werden. So entsteht schnell Partystimmung, man möchte aufhüpfen, tanzen und mitsingen, wenn die beiden Vokalisten Rou Reynolds und Chris Batten ihre Stimme erheben - was nur durch die genial-stimmigen Interludes unterbrochen wird, die diverse Lieder einleiten oder ausklingen lassen.
Allerdings sollte an dieser Stelle unbedingt eingeworfen werden, dass es sich dabei nicht nur um stupide Technohymnen handelt, die mit einem Schuss Rock versehen wurden. Nein, denn die beschriebenen Kombinationen sind intelligent gewählt, der Trance ist kein Ersatz für fehlende Stimmgewandtnis und umgekehrt. Auch die Texte erschließen sich einem zwar nicht immer vollends, weisen aber durchaus Abwechslung und die Ambition, damit etwas aussagen zu wollen, auf.

Der einzige Kritikpunkt wäre wohl das schlechte Mastering, das an einigen Stellen deutlich zu hören ist. Es ist schade, wenn der Bass so sehr in den Hintergrund rückt oder die Stimme alles übertönt - alles keine Dinge, die sich durch mehr als ein paar Passagen ziehen, aber dennoch unangenehm auffallen. Musikalisch wurde hier nämlich großartige Arbeit geleistet, die bei Weitem nicht nur Freunde des Massennachtlebens begeistern wird.

Tracklist:
01 |
02 | Enter Shikari
03 | Mothership
04 | Anything Can Happen in the Next Half Hour...
05 |
06 | Labyrinth
07 | No Sssweat
08 | Today Won't Go Down In History
09 |
10 | Return to Enegiser
11 |
12 | Sorry, You're Not A Winner
13 |
14 | Jonny Sniper
15 | Adieu
16 | OK, Time For Plan B
17 |

Bewertung: 10 / 10 Punkten
Anspieltipps: Mothership, Return to Energiser, Sorry, You're Not A Winner, Adieu
Links:
Offizielle Seite
Sehr aktueller Fanblog
Englischsprachiges Fanforum
13.6.07 06:12


God Is An Astronaut

Far From Refuge
(2007)

Genre: Post Rock, Ambient
Ähnlich wie: Mogwai, Sigur Rós, Oceansize

Schon mit Tempus Horizon wurde aufmerksamen Post-Rock-Hörern auf dem Gratis-Sampler The Silent Ballet Volume II ein kleiner Vorgeschmack auf das nun erhältliche Album geliefert, welches die Gesamtstimmung sehr gut übermittelt.
Zu hören gibt es auch auf dem dritten regulären Album wieder wunderbare Instrumentalmusik, die sich dieses Mal aller innerhalb des Genres vorhandener Stilmittel bedient. So reicht die Musik von elektronischen Tracks, die man aus den Anfangszeiten von God Is An Astronaut kennt, über Stücke mit klassischer Besetzung à la Gitarre/Bass/Schlagzeug bis hin zu Klaviermelodien, denen man als Hörer der Band ebenso nicht abgeneigt sein sollte.
Ein weiteres bekanntes, aber dadurch nicht minder postives Merkmal ist die "Mitwippfähigkeit", die viele Songs bieten - soll heißen, dass sie trotzdem sie wohl kaum im Radio gespielt würden sehr anregend und stimmig sein können. Überall ist das zwar nicht der Fall - so verleitet die Klaviernummer Darkfall eher zum Weiterschalten als Aufspringen, erscheint sie doch sehr unambitioniert -, jedoch können die 9 Titel der CD in ihrer Gesamtheit mehr als überzeugen. Angenehm ist auch deren Länge: Natürlich ist man von Post Rock weit ausschweifende Lieder gewohnt, was keinesfalls negativ zu bemerken ist. Allerdings sind Liedlängen, die sich im durchschnittlichen Bereich von 5 Minuten bewegen, auch keine uninteressante Erfahrung, da durch diese verglichene Kompaktheit die Melodien sehr gut zur Geltung kommen und man viel eher gewillt ist, sich auf eine solche einzulassen.

Stimmig gesehen erlebt man als Zuhörer erneut eine große Variität von Emotionen, die von angenehm-ruhig über traurig-nachdenklich bis hin zu entspannend-schön reichen. Diese Themen sind zeitweise in einem einzelnen Song verpackt, wodurch man womöglich gewissen Gemütsschwankungen unterliegt - was von Vor- oder Nachteil sein kann.
Fest steht jedoch, dass God Is An Astronaut es erneut geschafft haben, ein bemerkenswertes Album zu produzieren, welches unbedingt auf Längeres in Erinnerung bleiben sollte.

Tracklist:
01 | Radau
02 | Far From Refuge
03 | Sunrise In Aries
04 | Grace Descending
05 | New Years End
06 | Darkfall
07 | Tempus Horizon
08 | Lateral Noise
09 | Beyond the Dying Light

Bewertung: 9 / 10 Punkten
Anspieltipps: Far From Refuge, Sunrise In Aeries, Tempus Horizon
Links:
Offizielle Seite
5.6.07 23:10


Linkin Park

Minutes to Midnight
(2007)

Genre: Rock, Rap, Nu-Metal
Ähnlich wie: Papa Roach, Good Charlotte, Hoobastank

Gleich vorneweg: Das "Project Revolution" haben Linkin Park scheinbar immer noch nicht ins Laufen gebracht.
Was am signifikantesten auffällt, ist die Absenz von MC Mike Shinoda. Dieser bekommt zwar seinen ganz eigenen Rap-Track (Hands Held High, dessen Laschheit aber nicht mit dem coole Vorgängertrack Nobody's Listening mithalten kann), ist aber sonst nur wage vertreten, die typische Songstruktur "Intro - Shinoda-Rap - Bennington-Chorus - Rap" usw. scheint also gebrochen. Das ist vielleicht eine Innovation für Linkin Park, allgemein gesehen wird daraus jedoch keine Chance ergriffen, einmal etwas Neues zu kreieren, man bleibt viel lieber auf der Mischung aus Rocksongs und Balladen sitzen. Besonders letztere gibt es auffallend oft zu hören - man kann sich praktisch darauf verlassen, nach jedem schnelleren Lied in den Genuss einer solchen zu kommen, außer gegen Ende, wo Linkin Park ab No More Sorrows nur mehr auf diesen Stil bauen. Nicht, dass Balladen etwas Schlechtes wären, bei so viel Spielraum schafft es die Band aber dennoch nicht, viel Innovatives oder Hervorstechendes an den Mann zu bringen.
Was diesbezüglich gefällt, ist beispielsweise die Gitarre in In Pieces oder der Aufbau bei The Little Things Give You Away. Allgemein gesehen ist auch die Häufigkeit von Gitarrensolos ein interessantes Novum, oder dass Mike einen Track vollständig singt, anstatt zu rappen. Leider können diese Dinge nicht darüber hinwegwirken, dass es sich insgesamt um ein sehr lasches Stück Musik handelt, trotz Powertracks wie Given Up. Vielleicht hätten Linkin Park doch besser bei ihrem alten Stil bleiben sollen, dessen Songs zwar meist völlig gleich klangen, aber immerhin auf jedem Album zwei, drei Ohrwürmer zu finden waren. Auch dass die zwar altbackene, aber dennoch im Genre gar nicht mal so häufig vertretene Mischung aus Hip-Hop und Rock (lässt man lediglich Limp Bizkit beiseite) aufgegeben wurde, sorgt wohl für die Missstimmung. So ergaben sich früher immerhin ein paar gut zusammengestellte Kostellationen aus den beiden Genres, was auf diesem Album nur mehr bei Bleed It Out der Fall ist. Dazu trägt auch bei, dass sich der für die Elektronik und das Scratching zuständige Mr. Hahn dieses Mal sehr zurückhält, ja man sogar glauben könnte, die Band hätte sich von ihm verabschiedet.

Enttäuschend ist, dass man das wirklich coole QWERTY, das als Vorab-Livetrack fungierte, nicht auf diesem Album vorfindet. Stattdessen ist es auf einen Sampler gebrannt, der nur Mitgliedern des offiziellen, kostenpflichtigen Fanclubs zusteht.

Tracklist:
01 | Wake
02 | Given Up
03 | Leave Out All the Rest
04 | Bleed It Out
05 | Shadow of the Day
06 | What I've Done
07 | Hands Held Hight
08 | No More Sorrow
09 | Valentine's Day
10 | In Between
11 | In Pieces
12 | The Little Things Give You Away

Bewertung: 3 / 10 Punkten
Anspieltipps: Given Up, Bleed It Out, The Little Things Give You Away
Links:
Offizielle Seite (zu hören: Given Up)
Weitaus informativere Fansite
News zum offiziellen Pre-Listening auf Laut.fm
9.5.07 20:52


From Autumn to Ashes

Holding A Wolf By The Ears
(2007)

Genre: Screamo, Hardcore
Ähnlich wie: Atreyu, Funeral For A Friend, Thrice

Nach dem Ausstieg von Sänger Benjamin Perri und dem Einspringen von Schlagzeuger Francis Mark für dessen Gesangspart wurde nun das erste Album seit diesem Wechsel aufgenommen. Unter dem Begriff "Screamo", der als Genre für (nicht nur) diese Band geläufig ist, darf man sich aber nichtsdestotrotz immer noch hauptsächlich geschriene Vocals vorstellen, die voller Emotionalität ins Mikro abgeladen werden. Jedoch kommen auch gesungene Strophen nicht zu kurz, und das nicht nur im Refrain, der diese bei fast jedem Lied bietet. Sollte man auf erstere Art von Gesang also nicht stehen, kann man dem Album sicherlich immer noch etwas abgewinnen, was allerdings auch an der Musik selbst liegen könnte.
Natürlich gibt es hauptsächlich eine Menge harte Gitarrenriffs zu hören, die mal sehr anschaulich, mal eher unmotiviert und dröge wirken, wobei der erste Fall eher vorherrscht. Auch wenn selbst viel mit Power-Akkorden gearbeitet wird, klingen die Lieder größtenteils innovativ und lassen hier und da auch richtig gute Gitarrenarbeit hervorblitzen. Ruhige Songs sucht man trotz einiger entsprechenden Passagen in Liedern wie Underpass Tutorial oder A Goat In Sheep's Rosary vergeblich, was aber kein Problem darstellt, wenn man sich auf die Stimmung der Platte einlässt und sich von der treibenden Mischung aus Instrumentalisierung und Gesang/Screaming einlässt bzw. von vorneherein darauf einstellt, kaum eine Minute von balladenartigem Wesen zu hören zu bekommen, wie das bei anderen Bands meist der Fall ist und auch beim Vorgänger nicht unbedingt eine Seltenheit war. So wird dem Album aber immerhin eine durchgängige Struktur gegeben, was ja auch nichts Schlechtes ist.

Insgesamt gibt es also ein nicht überragendes, qualitativ und musiktechnisch jedoch sehr ordentliches Album zu hören, wobei für ein umfassenderes Gesamtbild der Band wohl eher ältere Album zur Rate gezogen werden sollten, da man sich auf diesem wie gesagt hauptsächlich auf die härtere Seite des Stiles konzentriert hat.


Tracklist:
01 | Deth Kult Social Club
02 | On the Offensive
03 | Recounts and Recollections
04 | Daylight Slaving
05 | Delusions of Grandeur
06 | Sensory Deprivation Adventure
07 | Everything I Need
08 | Underpass Tutorial
09 | Love It or Left It
10 | Travel
11 | A Goat in Sheep's Rosary
12 | Pioneers

Bewertung: 7 / 10 Punkten
Anspieltipps: On the Offensive, Delusions of Grandeur, Pioneers
Links:
From Autumn to Ashes auf MySpace
Pioneer als YouTube-Video
7.5.07 00:50


 [eine Seite weiter]
Kategorien
News
Artikel
Alben
Konzerte
Medien
Empfehlungen
Internes

Links
Last.fm Albenverzeichnis

mind.blow.job IdaReed

Gratis bloggen bei
myblog.de